Kein  Zusammenbruch des Altpapiermarktes!


Die deutsche Papierindustrie sieht keinen Zusammenbruch des Altpapiermarktes  in Deutschland. Dies erklärte jetzt der Vorsitzende des Ausschusses Altpapier im Verband Deutscher Papierfabriken, Hans-Henning Junk. Der  Rückgang der Altpapierpreise im 2. Halbjahr des vergangenen Jahres erkläre sich durch die rückläufige Nachfrage auf den Märkten für Papier, Karton und Pappe. Wer weniger Papier produziert, benötige auch weniger Rohstoffe.

Gleichzeitig sei die Altpapiererfassung  in Deutschland im Jahr 2008 um knapp 2% auf 16 Mio. t weiter angestiegen. Der Preis bilde sich aus Angebot und Nachfrage. Dass die Preise so deutlich nachgegeben hätten, sei ein Indiz dafür, dass sich das Preisniveau bis Mitte vergangenen Jahres auf einem unnatürlich hohen Niveau bewegt hat. „Altpapier bewegt sich volatil in einem internationalen Markt. Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte Junk.

Der Verbrauch von Altpapier in der Papierindustrie in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf Grund sinkenden Absatzes der Papierindustrie geringfügig um 2,1 Prozent auf 15,5 Mio. t zurückgegangen. Gleichzeitig ist jedoch der Export um 20 Prozent auf 4,25 Mio. t angestiegen. Besonders die Exporte nach Asien legten mit einem Plus von +58 Prozent deutlich zu. Der Import stieg nur leicht um 2,4 Prozent. Für das Gesamtjahr 2008 ergibt sich ein Altpapier-Nettoexportüberschuss von rund 540.000 t.

Junk warnte davor, die „künstliche Diskussion“ dazu zu missbrauchen, den Vorrang der stofflichen Verwertung von Altpapier in Frage zustellen. Die Begehrlichkeiten der Energiewirtschaft, Altpapier als Ersatzbrennstoff einzusetzen, seien nach wie vor vorhanden. „Die Kreislaufwirtschaft beim Papier funktioniert“, sagte Junk, „ da gibt es keinen Grund zu Kursänderungen in der Politik.“