Papier
Vorurteil und Wahrheit

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Vorurteil und Wahrheit

Vorurteil 1
Die Papierindustrie vernichtet den Wald

Die Wahrheit

Rund 20 Prozent des weltweit eingeschlagenen Holzes wird zur Papierherstellung eingesetzt. Die Papierindustrie und viele andere Branchen haben ein Interesse daran, dass diese Nutzung nachhaltig geschieht. Nachhaltig bedeutet, dass für jeden eingeschlagenen Baum drei bis vier Bäume nachwachsen. Kritischer sieht die Situation auf der Südhalbkugel aus. Ursache für die dort nach wie vor stattfindende Waldvernichtung ist laut dem Waldbericht der FAO vor allem der ungestillte Hunger nach Ackerland und vor allem die Rodung von Wäldern, um auf diesen Flächen Plantagen von Nahrungs- und Energiepflanzen wie Ölpalmen oder Soja anzulegen. Zur Dokumentation einer nachhaltigen Forstwirtschaft unterstützt die Papierindustrie deren Zertifizierung.

 

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Vorurteil 2
Für die Herstellung von Papier wird zu viel Energie verbraucht

Die Wahrheit

Für jede industrielle Produktion wird Energie benötigt. Auch die Papierindustrie benötigt Energie zum Betrieb ihrer Maschinen und zur Trocknung der Papierbahn. Rund die Hälfte der benötigten Energie in der europäischen Papierindustrie stammt jedoch bereits heute aus erneuerbaren Energiequellen.

Für die Herstellung von 200 kg Papier, das ist ungefähr der durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in den Ländern der Europäischen Union, wird in Deutschland etwa 560 kWh Energie benötigt. Die Papierindustrie arbeitet aus ökonomischen und ökologischen Gründen ständig an der Optimierung ihrer Prozesse.

Ist das viel?

Zum Vergleich, 560 kWh entsprechen:

Übrigens: Der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren in Deutschland lag 2008 bei 10,1 (Papierindustrie 21) Terrawattstunden. Um diesen Strom zu erzeugen, benötigt man vier mittelgroße Kohlekraftwerke!

 

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Vorurteil 3
Die Papierproduktion schadet unserem Klima

Die Wahrheit

Die Erzeugung von 200 kg Papier - dem durchschnittlichen europäischen Pro-Kopf-Verbrauch - ist mit einem Ausstoß von durchschnittlich 160 kg CO2 verbunden. Das entspricht dem CO2 -Ausstoß eines durchschnittlichen Familienautos auf 1000 Kilometern.

In der gegenwärtigen Klimadebatte wird oft über den "carbon footprint", den CO2 -Ballast von Produkten oder Prozessen gesprochen. Die Herstellung eines Blattes Papier hat ebenso einen „carbon footprint“ wie die Fahrt zum Einkaufen.

Zum Vergleich:

 

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Vorurteil 4
Wir verbrauchen zu viel Papier

Die Wahrheit

Ob wir "zu viel" Papier verbrauchen, muss jeder für sich entscheiden. Ohne Papier wäre unser heutiges Leben jedoch nur schwer vorstellbar. Wir lesen Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, wir erwarten, dass Waren sicher verpackt sind und wir benötigen Papier für unsere tägliche Hygiene.

Das Schöne daran: Papier wird im Gegensatz zu anderen Materialien nicht aus endlichen Rohstoffen hergestellt, sondern wächst buchstäblich nach. Eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert, dass das so bleibt. Zur Nachhaltigkeit des Papierkreislaufs trägt in erheblichem Umfang das Recycling bei. Durch Wiederverwertung der bereits einmal aufbereiteten Rohstoffe wird der Verbrauch an Energie, Holzfasern sowie der Aufwand zur Abwasseraufbereitung insgesamt verringert.

In der Europäischen Union liegt die Altpapiereinsatzquote, d.h. der Anteil der Menge des eingesetzten Altpapiers je Tonne neu produzierten Papiers, bereits bei über 60 Prozent. In Deutschland bei 71 Prozent. Für die Produktion von 100 kg Papier werden in Deutschland also im Schnitt 71 kg Altpapier eingesetzt.

 

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Vorurteil 5
Wir könnten doch nur noch recyceln

Die Wahrheit

Das unendliche Recycling wird ebenso ein Traum bleiben wie das Perpetuum Mobile. Trotzdem ist die Papierindustrie nicht weit davon entfernt. In Deutschland werden 78 Prozent des verbrauchten Altpapiers wieder eingesammelt. Das sind rund 16 Mio. Tonnen. Ein Teil davon ist nicht wiederverwertbar. Insgesamt setzt die Papierindustrie jedoch rund 16 Mio. Tonnen Altpapier im Jahr zur Herstellung neuen Papiers ein. Dies entspricht einer Einsatzquote (Verhältnis von Altpapiereinsatz zur Papiererzeugung) von 71 Prozent.

Bei der Aufbereitung von Altpapier gehen zwangsläufig Fasern verloren oder büßen an Qualität ein. Um den Papierkreislauf aufrechterhalten zu können, müssen immer wieder frische Fasern zugeführt werden. Die technische Möglichkeit, noch mehr Altpapier einzusetzen, ist in Deutschland weitgehend ausgereizt. Sollte jedoch auf Grund der Marktentwicklung die Nachfrage nach Papieren auf Altpapierbasis steigen, werden neue Produktionskapazitäten entstehen, in denen auch mehr Altpapier - ggf. aus dem Import - eingesetzt wird.

Übrigens: Recyclingpapiere müssen den Qualitätsvergleich mit Produkten aus Frischfasern nicht scheuen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Papieren, die nicht völlig oder überhaupt nicht aus Altpapier hergestellt werden können.

 

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Vorurteil 6
Die Papierindustrie ist eine Branche ohne Zukunft

Die Wahrheit

Die Papierindustrie ist eine High-Tech-Industrie mit Zukunft. In Deutschland werden rund 3000 verschiedene Sorten an Papier hergestellt. Alle entsprechen besonderen Anforderungen der Kunden an Ausstattung und Qualität. Die Papierproduktion wächst dabei kontinuierlich, sowohl bei den Druckpapieren, wie auch bei Papieren, Karton und Pappen für Verpackungszwecke, Hygienepapieren und eine Vielzahl technischer Spezialpapiere, von Banknoten- über Filter- bis zu Laminatpapieren. Lediglich die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hatte diesen Trend kurzfristig unterbrochen.

Deutsche Papiere sind auch im Ausland gefragt. Rund 45 Prozent der Produktion geht in den Export. In vielen Bereichen spielen deutsche Papierunternehmen in der 1. Liga mit oder sind sogar Weltmarktführer für Ihr Produkt. Im internationalen Vergleich weist die Papierindustrie in Deutschland einen hochmodernen Maschinenpark auf, mit dem Sie für die Zukunft gerüstet ist. In Europa steht sie von der Produktion her an erster Stelle, weltweit hinter den USA, China und Japan auf Platz Nr. 4.

 

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Vorurteil 7
Online verdrängt Papier

Die Wahrheit

Online wächst, aber es macht dem Medium Papier den Platz nicht streitig. Beide Medien bedienen mit ihren unterschiedlichen Stärken die Bedürfnisse der Nutzer. Während es bei den elektronischen Medien die Geschwindigkeit der Informationsverbreitung ist, sind es bei Print die Handhabbarkeit und Nutzerfreundlichkeit oder schlicht der „Lesegenuss“ eines aufwändig produzierten und optisch attraktiven Mediums, die den Verbraucher ansprechen.

Print-Medien sind die Urform der „wireless communication“ und konnten schon lange vor iPad & Co an jeden Ort mitgenommen werden. Moderne Druckverfahren oder „Print on Demand“ helfen dem Medium Print, sich noch mehr an die Erwartungen der Nutzer anzupassen. Vielfach gehen beide Medien eine Symbiose ein. Zeitungen und Zeitschriften bieten ihren Lesern Internet-Portale, Online-Angebote werden crossmedial in Borschüren und Flyern beworben oder bieten sich über gedruckte Quick-Response-Codes in Zeitungen als zusätzliche Informationsquelle an.

Ein wichtiger Maßstab ist der Werbemarkt. Kein Zweifel, der Anteil der Online-Werbung wächst. Mit einem Anteil von 4 Prozent bei den Nettowerbe­erlösen liegt das Internet aber noch deutlich hinter Zeitungen, Zeitschriften und direct mailing per Post zurück, die zusammen 64 Prozent der Erlöse unter sich aufteilen (Quelle: Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft) Auch namhafte online-Anbieter wie Google nutzen Print-Werbung für Ihre Produkte.