Kunstpreis der Papierindustrie an Saulius Valius


Düren, 30.Oktober 2005 - Der Papierkunst-Preis der Papierindustrie 2005 geht an den litauischen Künstler Saulius Valius für seine Installation „again and again“. Der mit 7.000 Euro dotierte Preis wurde vom Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) zum 7. Mal im Rahmen der PAPER ART – INTERNATIONALE BIENNALE DER PAPIERKUNST im Dürener Leopold-Hoesch-Museum, die in diesem Jahr unter dem Motto PAPER ART REMIXED steht. VDP-Hauptgeschäftsführer Klaus Windhagen übergab den Preis.

Aus der Begründung der Jury, der Vertreter der Dürener Papierindustrie angehörten: „Saulius Valius komponierte mit einfachen Materialien eine raumbezogene Arbeit von beeindruckender Wirkung. Sie überspannt die Weite des Raumes mit einem Selbst-verständnis, als gehöre sie zur Raumarchitektur, und nimmt größtenteils das quadra-tische Raster der Lichtdecke im Raum auf. Es entsteht dadurch eine Korrespondenz der Formen. Die Rauminstallation vermittelt eine Leichtigkeit, die dem Betrachter ein Gefühl von Freiheit und von Weite gibt.“ Saulius Valius verspannt über die gesamte Raumweite Leinenfäden, die mit unterschiedlich breiten Streifen leichten Japanpa-piers umwickelt sind und von einer feinen biegsamen Holzkonstruktion strukturiert werden.

Neben dem Hauptpreis vergab der VDP zwei zweite Preise: Einen dieser beiden mit 3.500 Euro dotierten Preise erhält Therese Weber für ihre Arbeit „Zeitreisen“ . Sie verbindet die moderne Technologie der Fotografie mit dem traditionellen Papierguss-
und Papierschöpfverfahren aus Asien. Thema ihrer Rauminstallation ist die Wüste Taklamakan, die zweitgrößte Sandwüste der Welt.
 

Die Jury: „Als Ausgangspunkt für ihren Remix wählte Therese Weber das Gemälde „Roter Mohn“ von Emil Nolde (1908). Die Bewegung im Spiel zwischen Himmel und Erde sehen beide Künstler – jedoch von unterschiedlichen Ausgangspunkten. Zwei Bestimmungsorte in Zeit und Raum begegnen sich in den unterschiedlichen Ansich-ten von Erde: Es sind Fragmente eines Zeitabschnitts, visuelle Protokolle der jeweili-gen Gegenwart.“

Ebenfalls den zweiten Preis erhält der chinesische Künstler Hu You Ben für seine Arbeit „Schwarze Serie No.3“. Er gestaltet sein Werk mit Xuan Papier, das er zer-knüllt in Formationen legt, und mit chinesischer Tusche. Ben beschreibt die Verände-rungen der schwarzen Löcher im All, die Kollisionen im Universum und das Aufein-andertreffen großer Luftmassen.

Die Jury: „Hu You Bens Werke durchbrechen in Düren ihren Rahmen. Sie drängen in den Raum, verschwinden aus ihm heraus und enden vor dem Leopold-Hoesch-Museum in einer mit Silberpapier überzogenen Skulptur zweier ineinander verhakter Autowracks. Der Künstler übertrug die östliche Philosophie des Feng-Shui auf die Si-tuation in Düren: Eine sog. „Drachenader“ aus geknüllt geformtem Papier – also eine Bahn voll konzentrierter Energie – fließt aus dem Museum heraus, auf den Energie-punkt der silbrigen Skulptur zu.“

Bilddownload hier (v.l.n.r.: VDP-Hauptgeschäftsführer Klaus Windhagen, Jurymitglied Matthias Simon, Hu You Ben, Therese Weber, Saulius Valius, LHM-Direktorin Dr. Dorothea Eimert) Bild: Rudi Böhmer