Papierindustrie legt Berechnungsmodell für CO2-Bilanz vor
Brüssel/Bonn, 19.11.2007 - Der Verband der Europäischen Papierindustrie (CEPI) hat ein Berechnungsmodell für die CO2-Bilanz von Papier, Karton und Pappe vorgestellt. Die Branche reagiert damit auf die wachsende Nachfrage der Kunden nach Transparenz in der aktuellen Klimadebatte.
Das vorgestellte Modell bezieht in seine Betrachtung den gesamten Faser- und Produktkreislauf von Papier ein. Berücksichtigt werden dabei neben den Klimaeffekten der Kohlenstoffbindung in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Energieverbrauch in der gesamten Wertschöpfungskette und die positiven Effekte der Kohlenstoffbindung im Produkt durch das Papierrecycling.
Wie die CEPI betont, gibt es eine Reihe verschiedener Messmethoden zum sogenannten „carbon footprint“, jedoch noch kein europaweit standardisiertes Verfahren, das die CO2-Bilanz verschiedener Produkte vergleichbar macht. Die Papierindustrie habe nun zehn Parameter definiert, die die Unternehmen und Produktsektoren beim Erstellen ihrer eigenen Bilanz berücksichtigen sollten.
Diese sind im einzelnen:
1. Kohlenstoffbindung in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern Nachhaltige Forstwirtschaft sichert die Bindung von Kohlenstoff in den Bäumen
2. Kohlenstoffbindung im Holzprodukt Der Kohlenstoff bleibt im Holz so lange gebunden, bis das Produkt thermisch verwertet wird oder zerfällt
3. CO2-Emissionen bei der Weiterverarbeitung von Holz Hier wird der Verbrauch fossiler Brennstoffe in der Produktionskette berücksichtigt
4. CO2- Emissionen in der Faserstofferzeugung Hier wird sowohl der CO2-Ausstoß bei der Waldbewirtschaftung sowie bei der Sammlung, Sortierung und Weiterverarbeitung von Altpapier einbezogen
5. CO2-Ausstoß bei der Herstellung anderer Rohstoffe und Brennstoffe Diese Position berücksichtigt die Herstellung von Brennstoffen und nicht auf Holz basierender Rohstoffe wie Chemikalien und Additive für die Papierherstellung. Berücksichtigt werden auch die bei der Erzeugung der dafür benötigten elektrischen Energie entstehenden Emissionen.
6. CO2-Ausstoß bei der Erzeugung von Strom, Dampf, Heißwasser oder Kühlung Berücksichtigt werden hier Anlagen, die Holzprodukte herstellen, darunter auch Anlagen zur Hackschnitzelherstellung, Zelllstofffabriken, Papier- und Kartonfabriken sowie die weiterverarbeitenden Betriebe. Einbezogen wird hier auch die für die Abfallbehandlung und Emissionsreduzierung benötigte Energie.
7. CO2-Ausstoß beim Transport Dieser Wert berücksichtigt transportbedingte Emissionen entlang der ganzen Wertschöpfungskette, darunter Transporte von Holz, Zwischenprodukten, Endprodukten und Altpapier.
8. Emissionen beim Produktgebrauch Bei der Nutzung von holzbasierten Produkten entstehen in der Regel keine Emissionen. Printmedien weisen hier z.B. einen Vorteil gegenüber elektronischen Medien auf.
9. Emissionen am Ende des Produktkreislaufs Dies sind Emissionen, die durch den Zerfall des organischen Materials entstehen.
10. Vermiedene Emissionen Dies beinhaltet nicht entstandene Emissionen durch intelligente Produkte oder Produktionsprozesse, die als Negativwert in die Berechnung eingehen.
Die zehn Parameter sollen es den Käufern von Papier ermöglichen, eine eindeutige CO2-Bilanz für jedes Produkt zu ziehen.
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