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Europäische Papierindustrie - Holzversorgung trotz Waldzuwachs gefährdet
Brüssel/Bonn, 2. Dezember 2002 – Trotz wachsender Holzressourcen in Europa befürchtet die europäische Papierindustrie in Zukunft Versorgungsschwierigkeiten beim Faserholz. Gesetzliche Beschränkungen, unklare Eigentumsverhältnisse, logistische Probleme und überzogene Anforderungen beim Naturschutz begrenzten bereits jetzt den Zugang zu den vorhandenen Holzressourcen, heißt es in einer Studie des Verbandes der Europäischen Papierindustrie (CEPI).
Laut Studie steht einem derzeitigen Zuwachs der Wälder in Europa von 793 Mio. m³ lediglich ein Einschlag von 418 Mio. m³ gegenüber. Laut Zahlen der Welternäh-rungsorganisation FAO hat sich die bewaldete Fläche auf dem europäischen Kontinent - darunter auch im europäische Teil Russlands - in den letzten 10 Jahren um über 9 Mio. Hektar vergrößert. Diese Ressourcen seien im Prinzip zwar ausreichend, um die Versorgung im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft sicherzustellen. Um die vorhandenen Potenziale aber nutzen zu können, bedürfe es besonderer Anstrengungen aller Beteiligten.
Dem Zuwachs bei den Forstressourcen steht laut CEPI ein im Jahresdurchschnitt um zwei Prozent wachsender Papierverbrauch gegenüber. Trotz steigender Recycling-Quoten nehme somit auch der Bedarf an Holz zu. Die genannten Schwierigkeiten bei der Erschließung dieser Ressourcen könnten jedoch dazu führen, dass bereits im Jahr 2020 ein Fehlbedarf von 50 Mio. m³ entsteht. Dieser könne auch nicht durch verstärkte Holzimporte aus Russland ausgeglichen werden.
Die europäische Papierindustrie fordert deshalb für die Zukunft eine stärkere Vernetzung der an der Faserstoffversorgung beteiligten Partner. Insbesondere müsse für eine bessere Logistik, modernere Verfahren zur Holzernte und einen höheren Informationsaustausch gesorgt werden. Auch die Steigerung der Recycling-Quote im Gesamteuropa und verstärkte Anstrengungen bei der Forschung und Entwicklung gehörten zu den Aufgaben. Die CEPI appelliert auch an die Umweltorganisationen, sich im Sinne des Nachhaltigkeitsgipfels von Johannesburg konstruktiv einzubringen.
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