Pressemitteilung

Papierkonjunktur in Deutschland uneinheitlich


Düsseldorf, 25. Februar 2003 – Die Papierkonjunktur in Deutschland verläuft uneinheitlich. Während die grafischen Papiere unter der allgemeinen Werbeschwäche litten, profitierten die Verpackungspapiere u. a. vom Wachstum des Versandhandels. Das erklärte der Präsident des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP), Hans-Michael Gallenkamp, auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes.

Laut Gallenkamp hat die Branche trotz ungünstiger Rahmenbedingungen in 2002 positiver als erwartet abgeschnitten. So nahm die Produktion in 2002 um 3,7 Prozent auf 18,5 Mio. Tonnen zu. Der Absatz wuchs um 4,6 Prozent auf 18,6 Mio. Tonnen. Motor der Entwicklung war dabei mit einem Plus von 8,9 Prozent der Export. Bedingt durch Preisrückgänge musste die Papierindustrie einen Umsatzrückgang um 3 Prozent von 12,6 auf 12,3 Mrd. Euro hinnehmen. Das laufende Jahr wird sich nach Gallenkamps Worten eher schwierig gestalten.

Die Entwicklung der Branche verlief nach den Worten des VDP-Präsidenten in den einzelnen Sortengruppen sehr unterschiedlich. Die grafischen Papiere, die 48 Prozent des Absatzes ausmachten, verzeichneten zwar insgesamt im letzten Jahr einen Absatzzuwachs von 3,6 Prozent. Zeitungsdruck-, sowie Zeitschriften- und Katalogpapier mussten jedoch Einbußen hinnehmen. Günstig entwickelte sich der Markt für Verpackungspapiere, die 39 Prozent des Absatzes stellen. Sie konnten ein Absatzwachstum von 7,4 Prozent auf 7,3 Mio. Tonnen verzeichnen. Vor allem der Export stieg um beachtliche 10,7 Prozent.

Gallenkamp bekräftigte in seiner Rede das Bekenntnis der Papierindustrie zum Standort Deutschland. In den letzten fünf Jahren habe die Branche rund 4,9 Mrd. Euro in deutsche Standorte investiert. Dies entspreche einer Investitionsquote von immerhin 8,4 Prozent vom Umsatz. Im Gegenzug erwarte die Papierindustrie von der Politik Planungssicherheit in vielen Bereichen, vor allem in der Energiepolitik. Der VDP-Präsident forderte von der Bundesregierung eine Begrenzung der Abgaben des Erneuerbaren Energiengesetzes, die die deutsche Papierindustrie als Energie intensive Branche zusätzlich belasteten und zu einer Verschlechterung ihrer Position im internationalen Wettbewerb führe.