Stromkosten deutlich höher als Zahlen der Energiewirtschaft


Bonn, 26. August 2005 – Die Papierindustrie hat Behauptungen des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) zurückgewiesen, sie habe mit 3,4 Prozent einen nur geringen Anteil der Stromkosten an den Gesamtproduktionskosten. Papierfabriken, die den benötigten Strom überwiegend aus dem öffentlichen Netz beziehen, liegen mit ihren Stromkosten vielmehr bei über 10% der Herstellungskosten, teilte der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) mit.

Die Stromkosten einer großen Papierfabrik in Deutschland liegen sogar bei 15% der Herstellungskosten. Nicht mitgerechnet sind dabei die Kosten aus der Eigenerzeu-gung von Strom mit Kraft-Wärme-Kopplung, die in vielen Werken betrieben werde. Die Zahlen des VDEW beruhten auf alten Daten aus 2002, die zudem als Durchschnittswerte die Kostenbelastung der einzelnen Unternehmen nicht erkennen lassen.  Der VDEW hatte die Behauptung aufgestellt, dass die Stromkosten für die deutsche Wirtschaft eine nur untergeordnete Rolle spielten.

Nach Erhebungen des VDP waren die Stromkosten nach der Liberalisierung auf dem Energiemarkt bis zum Jahr 2002 deutlich gesunken. Von 2002 bis Juli 2005 sind die Stromkosten für Industriekunden jedoch um mehr als 50% angestiegen.