Leicht positive Mengenentwicklung im 1. Halbjahr

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie hat im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum eine leicht positive Mengenentwicklung verbucht. Das Produktionsvolumen erhöhte sich um 126.000 Tonnen (+1,1 %) auf insgesamt 11,3 Mio. Tonnen. Der Gesamtabsatz der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie hat in den ersten sechs Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt +0,5 % ebenfalls zugelegt. Auslands- und Inlandsabsatz entwickelten sich allerdings deutlich unterschiedlich.

Während der Inlandsabsatz der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem Plus von 3,0 % auf 6,3 Mio. Tonnen merklich zunahm, ging der Absatz auf den Auslandsmärkten um 2,4 % auf 5,1 Mio. Tonnen zurück. Ursächlich hierfür war insbesondere der Absatzrückgang in den außereuropäischen Regionen, der 9,8 % verlor. Auch der Absatz nach Westeuropa sank im 1. Halbjahr 2016. Dieser ging um 1,5 % auf 2,9 Mio. Tonnen zurück. Positive Impulse kamen hingegen aus Osteuropa. Hier stieg der Absatz um 1,2 % auf  1,2 Mio. Tonnen. Die zunehmende Bedeutung der Märkte im Osten Europas für die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie wird auch 2016 weiter spürbar sein.

Während sich insgesamt die Entwicklung in der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie positiv gestaltete, verlief die Entwicklung in den einzelnen Spartensehr unterschiedlich. Der spürbar positiven Entwicklung beim Absatz von Verpackungspapieren und -karton (5,7 Mio. Tonnen, +1,8 %), Technischen und Spezialpapieren (0,7 Mio. Tonnen, +4,4 %) sowie Hygienepapieren (0,8 Mio. Tonnen, +3,2 %) %) steht ein Absatzrückgang bei den grafischen Papieren von insgesamt 98.000 Tonnen (-2,3 %) auf 4,1 Mio. Tonnen gegenüber.

Die Schwäche der grafischen Papiere im 1. Halbjahr 2016 resultierte dabei im Wesentlichen aus dem deutlichen Nachfragerückgang bei den holzhaltigen und holzfreien gestrichenen grafischen Papieren. Hauptursache für den andauern¬den Rückgang des Absatzes grafischer Papiere ist nach wie vor der sich seit Jahren wandelnde Medienkonsum der Verbraucher. Rückläufige Abonnentenzahlen bei Zeitungen und Zeitschriften sowie sinkende Auflagen einerseits und die Verlagerung von Werbeanzeigen in elektronische Medien andererseits verringern die Nachfrage nach grafischen Papieren.

Der Umsatz der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie lag im 1. Halbjahr 2016 mit 7,2 Mrd. Euro 0,9 % über dem des 1. Halbjahres 2015. Der amtliche Erzeugerpreisindex für Papier, Karton und Pappe (Basis 2010 = 100) ist im 1. Halbjahr 2016 gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres im Durchschnitt über alle Sorten um 1,8 Prozentpunkte von 101,6 auf 103,4 gestiegen.